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Musikalische Kreuzfahrt des Musikvereines der ÖBB-Wels
Vorinformationen, Planungen, Besprechungen, Telefonate, Ãnderungen und so weiter.
Bereits im Herbst 2009 wurde durch unseren Obmann Josef Homar bekannt gegeben, dass eine musikalische Kreuzfahrt geplant ist. Nachdem nun seitens des Kapellmeisters und der Musiker alles so weit geklärt war, ging es in die echte Planungsphase. Prokurist Walter AULELA von SABTOURS war echt gefordert und er brachte gemeinsam mit unserem Obmann Josef HOMAR diese Reise zustande. Insgesamt 94 Personen (MusikerInnen, Begleitpersonen und Fans) nahmen an der Reise teil. Mit 2 modernen und bequemen Reisebussen (wie soll es bei der Fa. SABTOURS auch anders sein) begannen wir die Reise am 16. Juli 2010 um 22:00 Uhr. Die Instrumente wurden in einen kleinen Hänger verladen und ab ging es in Richtung Süden. Am Morgen kamen wir in Pisa an, wo wir eine kleine Stadtrundfahrt unternahmen und natürlich die Attraktion, den schiefen Turm, besichtigten. Aus Zeitgründen leider nur von außen. Pünktlich um 12:00 Uhr und ohne größere Probleme, begann unsere Einschiffung in Livorno auf das Kreuzfahrtschiff “MSC Sinfonia “.
Beschreibung: Länge: 252 m, Breite: 28,8 m, Passagiere: 2087, Crew: 700. Bereits beim Betreten des Schiffes hatten wir den Eindruck in einem 4* Hotel zu sein und nicht auf einem Schiff. Alles funkelte und glänzte. Freundliches Personal begrüßte uns. Die Zimmer sehr schön und sauber. Manche von uns leisteten sich größere Kabinen mit Balkon. Wir konnten dann auch noch gleich an den Buffets gut essen. Am Abend im Restaurant wurden wir von zahlreichen Kellnern bestens umsorgt. Während der Nachtstunden fuhren wir nach Monte Carlo und konnten am nächsten Morgen das Einlaufen in den Yachthafen miterleben. Es wurde von unserem Obmann und vom Kapellmeister eine Rundfahrt mit einem kleinen Cityzug organisiert. Wir konnten einen Teil von Monte Carlo, das Casino, den Fürstenpalast, einen Teil der Rennstrecke usw. sehen. Leider wurde aus dem geplanten Konzert nichts. Vor dem Casino bekamen wir keine Genehmigung und beim Fürstenpalast brannte die Sonne erbarmungslos bei ca. 40°C auf uns herunter , kein Schatten und auch kein Publikum, sodass dieses Vorhaben kurzfristig abgesagt wurde. Nun genossen einige von uns die Pools an Deck und kühlten sich so etwas ab. Am nächsten Morgen liefen wir im Hafen von Valencia ein. Einige unternahmen geführte Landgänge und andere besichtigten die Stadt auf eigene Faust. Mit einem City Bus konnten mit deutschsprachigen Kopfhörern die interessantesten Punkte der Stadt angefahren werden. Wir staunten über das Opern- und Kulturhaus (Palau de les Arts Reina Sofia), Über das 3D-Kino (L`Hemisferic) und über das Ozeanum (L'Oceanogrà fic) “ es ist dies das größte Aquarium Europas. Diese Bauwerke erinnerten uns an die Oper von Sidney. Valencia ist eine schöne Stadt und es gibt wirklich viel zu sehen hier. Der nächste Abschnitt unserer Reise brachte uns an die Südseite der Baleareninsel Ibiza. Wir kamen zu Mitternacht hier an, doch ging keiner von uns um diese Zeit von Bord. Es hätte wahrscheinlich auch nichts zu sehen gegeben. Allerdings nach dem Frühstück schwärmten alle aus. Wieder versuchten es einige auf eigene Faust und andere mit einer geführten Inselrundfahrt. Aber die Zeit war leider zu kurz, denn bereits mittags ging es weiter in Richtung Süden, nach Tunesien zum Hafen La Goulette. Zuvor jedoch hatte unser Kapellmeister noch etwas mit uns vor. Ein abendliches Konzert in der Sinfonia Lounge sollte an diesem Abend stattfinden. Um 22:00 Uhr begann unsere musikalische Darbietung mit einem äußerst abwechslungsreichen Programm, vorwiegend Österreichischer Komponisten. Leider war an diesem Abend auch im Theater einiges los, sodass das Publikum eher rar an unserem Konzert teilnahm. Wenn es unsere Fans nicht gäbe, wäre die Sache äußerst ärmlich ausgefallen.
Am nächsten Morgen, direkt nach dem Verlassen des Schiffes im Hafen von La Goulette warteten schon einige Kamele damit die Reisenden mit ihnen einige kleine Runden ziehen konnten. Wir wollten aber etwas von der Gegend sehen und ließen die Kamele links liegen. Mit orientalischen Klängen wurden wir in den Hallen empfangen. Unsere Reisegruppe teilte sich auch hier in einige kleinere Gruppen auf. Mit Bussen und Taxis konnte das Umland um den Hafen erkundet werden. Ob Karthago, der Militärhafen, ob Sidi Bou Said oder die Altstadt mit dem riesigen Markt. Orientalische Aufdringlichkeit machte sich überall breit. Jeder wollte etwas verkaufen. Ob es Taschen, Schmuckketten, Wasserpfeifen, alte Münzen oder einfach irgendein Ramsch war. Alles sollten wir kaufen. Unsere Rucksäcke, Handtaschen und Geldbörsen hatten wir am Körper fast angenagelt, damit uns nichts gestohlen wurde. Obwohl dieses orientalische Flair äußerst interessant war, waren wir doch wieder froh, den Hafen zu verlassen.
Die Nachtfahrt brachte uns nun nach Sizilien, die Perle des Mittelmeeres. Der Vormittag des nächsten Tages, vor der Ankunft in Sizilien, brachte wieder eine richtige Abwechslung in unsere Reise. Um 10:00 Uhr Probe an Deck und um 11:00 Uhr Frühschoppen auf der MSC Sinfonia. Am Vorabend meinte der Kapellmeister zur Adjustierung beim Frühschoppen: Weißes Hemd und Krawatte sowie kurze dunkle Hose. Wer keine solche hat, muss eben die lange schwarze Hose anziehen. Na, da gab es aber viele geteilte Meinungen, was denn eine kurze dunkle Hose war. 2 Musiker kamen in dunklen Badehosen, das weiße Hemd innen hineingesteckt und fertig war die Adjustierung. Hauptsache die Musik stimmte und das war wohl so. Viele Zuhörer lauschten den Klängen der Österreichischen Musik und auch zahlreiche Crewmitglieder blieben stehen und waren von den Darbietungen begeistert. Märsche, Walzer, Polkas, Potpourris usw. standen auf dem Programm. Der Kapitän der Sinfonia und der 2. Kapitän dirigierten sogar einen Marsch und waren davon auch sichtlich angetan. Um 12:40 Uhr ließ dann auch unser Kapellmeister den Taktstock fallen und wir durften uns den kulinarischen Genüssen hingeben.
Ab 14:00 Uhr gingen wir an Land und schauten uns einige Schönheiten dieses Juwels des Mittelmeeres an. Kilometerlange Orangen- und Zitronenplantagen entlang den Straßen, die Playa di Catania ist ein Sandstrand mit 30 Km Länge, der zu dieser Zeit schon überfällt ist. Natürlich hat sich unsere Reisegruppe auch hier wieder nach Interessensgebieten geteilt. Mit 3.323m Höhe ragte der Ãtna über das Gebiet und er brodelt immer noch leicht. Eine Gruppe besichtigte diesen Vulkan. Andere fuhren mit dem Bus zur Stadt Taormina auf einem Hochplateau. Dort zeigte uns die Reiseleiterin ein antikes Theater aus dem 2. Jahrhundert v.Chr. in dem auch heute noch viele große kulturelle Veranstaltungen abgehalten werden. Eine wunderschöne Kirche San Giuseppe mit fantastischen Fresken wurde besichtigt und natürlich die liebevollen kleinen Gassen mit den vielen Geschäften. Wir waren begeistert von dieser überaus sauberen und freundlichen Stadt mit ca. 11.000 Einwohnern.
Gutes und reichliches Essen und Trinken an Bord der MSC Sinfonia rundete den Tag ab. Partys an Deck verkürzten uns die Nachtstunden. Nun war der letzte Punkt unserer Reise gekommen. Neapel (Neapolis, Übersetzt: die neue Stadt). Der Vesuv war schon von weitem zu sehen, vorbei an Capri ging es in den großen Handelshafen von Neapel. Wie bereits bei allen anderen Landgängen auch, war das Interesse ganz unterschiedlich. Einige fuhren mit Bussen zum Vesuv, andere ließen sich zur Insel Capri schippern, wieder andere besichtigten die Ausgrabungen von Pompeji (Pompeji wurde ja am 24. August 79 n.Chr. durch einen Vulkanausbruch des Vesuv und der Vukanasche völlig begraben). Ein anderer Teil unserer Gruppe fuhr mit dem Bus zum historischen Neapel. Ebenfalls eine sehr interessante Sache. Wir konnten einen Teil der Katakomben besichtigen, wir gingen in die Galeria Umberto, ein riesiges überdachtes Einkaufsparadies, wir fuhren zum Villenviertel auf den Posillipo mit einem wunderbaren Überblick über Neapel und den Hafen, wir besuchten den Piazza de Plebiscito, auch der kleine Petersplatz genannt und selbstverständlich auch die Via San Gregorio Armeno, die Straße der Krippenbauer. Hier konnte man den Künstlern bei der Arbeit zusehen. Die Krippen hier von Neapel sind weltweit bekannt. Überall sind Figuren, die sich bewegen. Ganz interessant ist auch die Tatsache, dass bei vielen Krippen ein Pizzabäcker dargestellt ist, der gerade eine Pizza in den Ofen schiebt. Die Pizza Margharita und die Pizza Neapolitana sind typisch für diese Gegend und man erzählt auch, dass die Pizza hier erfunden worden ist. Nachdem wir hier in Neapel genug gesehen hatten und wir auch vom “Durcheinander-Straßenverkehr” genervt waren, begaben wir uns wieder auf Deck und begannen unsere Heimreise nach Livorno. So gegen 03:30 Uhr jedoch begann es zu schaukeln und nun zeigte uns das Mittelmeer, dass es nicht nur ruhig sein kann. Bis 4m hohe Wellen ließ den einen oder anderen schon ziemlich bleich werden. Manche werden gedacht haben, dass dies “Nachwehen” vom nächtlichen Barbesuch sein könnten, was sich jedoch dann als Irrtum herausstellte. Aber um 07:30 Uhr war der Spuk zu Ende und die MSC Sinfonia legte ruhig im Hafen von Livorno an. Unsere Koffer wurden ja schon um 02:00 Uhr abgeholt und wir konnten sie nach der Ausschiffung in der Halle wieder in Empfang nehmen.
Die Heimreise verlief ziemlich ruhig und viele verschliefen die Fahrt durch das wunderschöne Südtirol. Gegen 23:00 Uhr waren wir wieder in Wels. Wir hatten eine abwechslungs- und erlebnisreiche Woche. Viele neue Eindrücke und Erfahrungen konnten wir mit nach Hause nehmen. Wir möchten uns an dieser Stelle bei den Verantwortlichen, allen voran Herrn Prokurist Walter Aulela von SABTOURS und unserem Obmann Josef Homar für die Planung und Durchführung dieser Reise herzlich bedanken.
Wolfgang Burgstaller
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